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My Best Friend's Bathtub Playlist
Status Art des Gesuchs Altersspanne Rasse Avatarperson
frei Freundschaft +200 Jahre Vampir Timothée Chalamet
748 Jahre FY1 Junior Doctor Carlinghowe Road Erin Williams sieht aus wie 25 Jahre Ravnos Nika Gemischtposter mehr als 2 000 Zeichen
#1
Wieso bist du hier, Erin? Diese Frage stellt sie sich, als sie in den kleinen Spiegel blickt, das Badezimmer wirkt steril und generisch, so wie alles in diesem Ferienhaus. Ihre Nasenspitze kitzelte immer beim Anblick ihrer eigenen Sommersprossen und sie zieht sie ein wenig nach oben. Ihre blauen Augen sind gütig und alles, woran sie denken kann, ist, dass sie nicht hier her gehört. Nicht an diesen Ort und nicht in diese Zeit und nicht in diesen Körper, der gleichzeitig zu alt und zu jung ist. Wie ein einziger Mensch so viele Widersprüche umfassen kann, ist ihr ein Rätsel. Es ist wie ein Schicht um Schicht beschriebenes Palimpsest von Lebensgeschichten, der Ursprung längst nicht mehr zu erkennen. Das was die Welt zusammen hält, das was sie zusammenhält, sind die mit denen sie sich umgibt, ihre Wegbegleiter, dessen ist sie sich bewusst. Frédéric, dem sie sich auf eine Art verbunden fühlt, als würde ein Teil von ihr außerhalb ihres Körpers existieren. Oder Urian, der so sorgfältig in seiner Unbeständigkeit ist und dem sie dennoch, ohne den Grund dafür benennen zu können oder zu wollen, ihr Leben anvertrauen würde. Arianna und ihre Lust zu lachen, aber auch ihre Art sie in Frage zu stellen, sie herauszufordern, sie voranzubringen. Und dann war da Bartosz, der sie ständig hoffen ließ, darauf, dass das alles einen Sinn hatte und es nicht vergebens war. Sie braucht sie, jeden von ihnen. Und dann weiß sie wieder, wieso sie hier ist: weil auch sie gebraucht wird.

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Frédéric Devienne; 267 yrs.; vampire;
"It’s not natural to speak well, eloquently, in an interesting articulate way. people living in groups, families, communes say little - have few verbal means. eloquence - thinking in words - is a byproduct of solitude, deracination, a heightened painful individuality."
Susan Sontag, As Consciousness is harnessed to Flesh
Freddie lässt das Smartphone sinken, von dessen Display er abgelesen hat und schaut Erin an, zärtlich, ohne Zurückhaltung, vertraut. Sie erwidert seinen Blick auf dieselbe Art. Jetzt muss keiner was sagen. Sie wissen beide, dass dieser Satz für sie geschrieben wurde. Nicht wirklich, sondern im Sinne von solche Sätze wurden für Menschen* wie sie geschrieben. Vor einigen Wochen hat Erin ihn gefragt, wer sein liebster New Yorker wäre und sie haben beide gleichzeitig Susan Sontag gesagt. Das ist ihr Ding, die Gedanken des anderen kennen. Sie sitzen in der leeren Badewanne, Erin am Fuß-, Freddie am Kopfende, er hat ein Bein über den Rand gehängt, sie hat ihre Füße auf sein anderes gelegt. Mit Daumen und Zeigefinger kneift er sie in die Zehen, die in geringelten Socken stecken und eigentlich seine sind. Sie quietscht, er lacht, dann steigt er aus der Wanne. Als er wieder zurückkommt, hat er zwei Eis am Stiel dabei, Orange für sie, Wassermelone für ihn, und stellt die Musik an. Eine Weile schlecken sie still an ihrem Eis, während Disco Inferno im Hintergrund läuft, dann tauschen sie. Erin tropft ein wenig davon auf ihr T-Shirt, das abgetragen ist und mal weiß war. Auf der Brust ist ein Aufdruck von Mickey Mouse und dem Disneyschloss, darauf steht ’35 Years of Magic’ und ‚Disneyland‘, und Freddie atmet hörbar über die Nase aus. „Das ist mein Lieblingsshirt, Erin“. Sie stößt ihn mit dem Fuß an und rollt mit den Augen. „Kauf' dir doch dein eigenes“. Er tritt zurück und schnalzt mit der Zunge. „Es ist aus den Neunzigern". Als hätte das für sie beide irgendeine Bedeutung. Im selben Tonfall antwortet sie: "Pech". Sie teilen praktisch alles miteinander, Kleidungsstücke, den Spotify-Account, Gefühle, Pommes, zwei Jahrhunderte, iPhone-Notizen, Gedanken, manchmal sogar die Kaffeetasse.

* Vampire
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Inlinemoderation Beitragsmoderation